Entwicklungen in der Herzmedizin

Schnelle Diagnosen, sichere Eingriffe

Von Andrea von Gersdorff · 2021

Bei vielen Entwicklungen in der Herzmedizin stehen die zuverlässige Früherkennung von Krankheiten und auch Schonung der Patienten im Fokus. Auch das Herz kann immer besser maschinell unterstützt werden.

Blaue Grafik mit einem roten, leuchtenden Herz und dessen Kranzgefäßen.
Die Medizintechnik hilft immer wirkungsvoller bei Herzerkrankungen. Foto: iStock / magicmine

Je früher eine Erkrankung festgestellt wird, desto besser ist dies für den Behandlungserfolg. Deshalb wird auch in der Herzmedizin kontinuierlich an der Weiterentwicklung der Diagnostik gearbeitet. Bei Herzuntersuchungen sind dafür die Sonographie und das Elektrokardiogramm (EKG) das Mittel der Wahl, um erste Unregelmäßigkeiten zu erkennen. Hinzu kommt nun die sogenannte Cardisiographie, ein nicht-invasiver Herz-Screening-Test, der dank einer äußerst sensiblen Messtechnik schon kleinste Veränderungen oder Asymmetrien in der Erregungsausbreitung feststellt. Die von der Cardisiographie mittels künstlicher Intelligenz analysierten Asymmetrien lassen Herzkrankheiten sicherer erkennen als herkömmliche nicht-invasive Diagnostiken. Der Vorteil für die Patienten ist nicht nur die Genauigkeit, sondern auch die Schnelligkeit der Untersuchung: Sie dauert nur vier Minuten.

Belastung und Risiko sinken durch Entwicklungen in der Herzmedizin

Im nächsten Schritt werden bei der Diagnostik meist Computertomographen (CT) eingesetzt. Auch hier geht die Entwicklung weiter: Der neueste Spektral-CT führt nun zwei Messungen in einem einzigen Scanvorgang durch, verkürzt so die Untersuchungszeit und reduziert damit die Strahlenbelastung der Patienten. Zusätzlich zum CT findet gleichzeitig eine Spektralmessung statt, die schon bei geringsten Mengen beispielsweise an jodhaltigem Kontrastmittel Veränderungen anzeigt und somit den Einsatz des Mittels um ein Drittel senkt. Auch kann neben den Herzkranzgefäßen zeitgleich der Aufbau des Herzgewebes analysiert werden. Auch hier ist die Geschwindigkeit beachtlich: Der Scan des gesamten Oberkörpers dauert weniger als zwei Sekunden. Wird nun eine komplexe Erkrankung der Mitral- oder Trikuspidalklappe festgestellt, gibt es eine neuartige Behandlungsoption für kathetergestützte Klappenrekonstruktionen. Das Pascal Ace Implant System hilft, sowohl die Eingriffsrisiken als auch die hohe Wahrscheinlichkeit des Wiederauftretens des Herzfehlers zu verringern: Das neue Design ermöglicht eine bessere Beweglichkeit im Bereich des Halteapparates der Klappen und somit eine noch gezieltere Reparatur von Undichtigkeiten beider Klappen.

Herzunterstützung

Sind Herz oder Lunge schon schwer geschädigt, kommt in der Intensivmedizin heute zudem die ECMO-Therapie zum Einsatz: Dabei übernimmt eine Maschine vorübergehend die Funktion der Lunge und versorgt den Körper mit Sauerstoff. Auch andere mechanische Herz-Kreislauf-Unterstützungssysteme bieten bei sehr schwerer Herzinsuffizienz eine geeignete Alternative zur Herztransplantation. Solche Ventricular-Assist-Device-Systeme gewinnen in der intensivmedizinischen Praxis zunehmend an Bedeutung.

Quellen:
Medica Magazin: Nicht-invasiver Herz-Screening-Test: Cardisiographie
kma Online: Neues Herzklappen-Reparatursystem an der Universitätsmedizin Mainz
Universitätsklinikum Heidelberg: Aktuelles und Veranstaltungen

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