Krankenhausinvestitionen

Silberstreifen am Horizont

Von Thomas Schulze · 2021

Die Krise als Chance – für die deutschen Krankenhäuser könnte sich dies tatsächlich bewahrheiten. Die anhaltende Covid-19-Pandemie hat endgültig klar gemacht, dass Krankenhäuser systemrelevant sind und von der Politik im Bund und in den Ländern noch stärker in den Fokus genommen werden müssen.

Zwei KrankenhausmitarbeiterInnen laufen über einen Flur.
In vielen Kliniken ist der Modernisierungsbedarf groß. Foto: iStock / kzenon

Nach jahrzehntelangen Problemen bei der Investitionsfinanzierung könnte es nun endlich einen spürbaren Aufschwung für die Modernisierung im Gesundheitswesen geben. So soll das im September 2020 im Bundestag beschlossene Krankenhauszukunftsgesetz (KHZG) einen deutlichen Schub für die Digitalisierung der Kliniken mit sich bringen. „Mit den vorgesehenen 4,3 Milliarden Euro aus Bundes- und Landesmitteln wird den Kliniken zum richtigen Zeitpunkt die Möglichkeit eröffnet, durch moderne digitale Infrastruktur Behandlungsprozesse zu optimieren, aber auch die Arbeitsbedingungen für die Mitarbeiter zu verbessern“, erklärt die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG). Das Gesetz zeigt die Probleme der Investitionsfinanzierung der vergangenen Jahrzehnte auf. Die nun allein vom Bund bereitgestellten drei Milliarden Euro seien ein erheblicher Beitrag zur Verbesserung.

Notfallkapazitäten nachrüsten

Im Wesentlichen soll das Geld dafür eingesetzt werden, die Notfallkapazitäten nachzurüsten und die Abläufe in den Kliniken zu verbessern. Dazu gehören Projekte, um die Arbeit auf den Stationen digital zu vernetzen und die Behandlung der Patienten statt auf Papier in elektronischer Form zu dokumentieren. Auch der Ausbau der Telemedizin sowie Maßnahmen zur IT-Sicherheit sollen gefördert werden. Mehrere Studien des Deutschen Krankenhausinstituts (DKI) zur Investitionsfähigkeit der deutschen Krankenhäuser waren zuvor zu dem Ergebnis gekommen, dass drei von vier Krankenhäusern in Deutschland nicht mehr ausreichend investitionsfähig sind. Laut DKI wurden nur noch die Hälfte der Krankenhausinvestitionen aus öffentlichen Fördermitteln bezahlt. Den anderen Teil mussten die Kliniken zum Beispiel aus ihren Überschüssen aus den Leistungsentgelten beisteuern.

Erheblicher Stau bei Krankenhausinvestitionen

In der Regel erwirtschaften die Krankenhäuser aber nicht die dazu notwendigen Gewinnmargen. Das DKI schreibt, dass nur ein Viertel der Kliniken zuletzt eine für notwendige Investitionen ausreichende Rendite erzielte. Die Folge ist ein erheblicher Investitionsstau. Dem DKI zufolge besteht ein Investitionsbedarf in deutschen Krankenhäusern von sieben Milliarden Euro für die kommenden fünf Jahre. Die öffentliche Förderquote durch die Bundesländer lag in den vergangenen Jahren aber nur bei 2,7 Milliarden pro Jahr.

Covid-19 hat darüber hinaus zudem deutlich gemacht, dass auch im Personalbereich dringender Handlungsbedarf besteht. Bereits vor einigen Monaten hatte das Krankenhaus-Barometer des DKI gezeigt, dass vier von fünf Krankenhäusern Probleme hätten, offene Pflegestellen zu besetzen. So seien bundesweit 17.000 Pflegestellen offen. Ähnlich sieht es bei den Ärzten aus. Drei Viertel der fast 2.000 Kliniken im Land suchten zum Zeitpunkt der Umfrage Mediziner für vakante Stellen.

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