E-Health Aktivitäten

Deutschland hinkt hinterher

Von Michael Gneuss · 2021

Im europäischen Vergleich der bisherigen E-Health-Aktivitäten schneiden Dänemark und Estland am besten ab. Das deutsche Gesundheitssystem liegt bei digitalen Diensten deutlich unter dem Durchschnitt. Der Aufholbedarf ist enorm.

Die Frau eines älteren Ehepaars spricht am Frühstückstisch per Videocall mit ihrem Arzt.
Foto: iStock / Geber86

Bei vielen Herausforderungen im Gesundheitssektor verspricht vor allem die Digitalisierung, wirkungsvolle Ansätze zur Lösung zu liefern. Doch genutzt werden die Möglichkeiten in vielen Ländern nur unzureichend. Gerade im deutschen Gesundheitswesen schreitet die digitale Transformation deutlich langsamer voran als in vielen anderen europäischen Staaten. Das geht zum Beispiel aus dem Digital-Health-Index der Bertelsmann Stiftung hervor. Der internationale Durchschnitt liegt bei einem Indexwert von 59. Deutschland kommt nur auf 30 Indexpunkte. Das Nachbarland Österreich schafft immerhin 59,8. An der Spitze steht Estland mit 81,9.

Gesundheitsplattform als Ziel

Mit E-Health beschäftigt sich auch die Unternehmensberatung Accenture in Österreich. Nach Ansicht der Consulter sollte der Aufbau einer nationalen Gesundheitsplattform das Ziel in der Gesundheitspolitik der Staaten sein. Diese soll im Sinne eines One-Stop-Shops alle Akteure vernetzen und diverse digitale Dienste für Patientinnen und Patienten zentral auffindbar machen. Eine solche nationale Plattform verspricht Kostensenkungen bei gleichzeitigen Effizienzgewinnen in der Versorgung.

E-Health Aktivitäten: Alle Altersgruppen als Nutzer

Quelle: Bitkom; Hartmannbund, 2021

Die Berater haben sich in Europa umgesehen und ermittelt, welche Staaten beim Aufbau einer nationalen Gesundheitsplattform bisher am weitesten gekommen sind. Ergebnis: Dänemark ist am weitesten, denn dort wurde mit sundhed.dk die erste ausgebaute Plattform Europas geschaffen. Schon jetzt sind dort alle Krankenhäuser und Apotheken angebunden. Über die Plattform werden ist zudem ein nationaler Zugangspunkt für persönliche Gesundheitsdaten aus Kliniken oder Praxen von Allgemeinärzten entstanden. Genutzt wird sundhed.dk von Patientinnen und Patienten aus allen Altersgruppen. Mehr als 36 Prozent der Nutzer sind 60 Jahre und älter. Diverse anderen Länder gehen ebenfalls Schritte in diese Richtung, sind aber noch nicht so weit wie Dänemark. Estland beispielsweise hat mit E-Estonia eine standardisierte Lösung geschaffen, die allerdings noch keine einheitliche Plattform ist, sondern nur bestimmte Dienste wie zum Beispiel Terminvereinbarungen, das Führen von Medikationslisten oder die Einsichtnahme in Befunde und Laborwerte ermöglicht. In Schweden wurde mit dem Breitbandnetzwerk Sjunet ein nationales System zum Austausch von Gesundheitsdaten entwickelt.

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